Vysočina
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Vysočina voller Leben Praha Jihlava Brno Chotěboř Ždírec nad Doubravkou Ledeč nad Sázavou Svratka SVĚTLÁ NAD SÁZAVOU Jimramov HAVLÍČKŮV BROD Přibyslav ŽĎÁR NAD SÁZAVOU HUMPOLEC Bystřice nad Pernštejnem WIE KOMMT MAN IN DIE REGION VYSOČINA Polná PACOV PELHŘIMOV JIHLAVA Černovice Velké Meziříčí In die Region Vysočina zu kommen, kann nicht einfacher sein – was einer der vielen Vorzüge dieser Erholungsdestination ist. Nur anderthalb Stunden dauert die Fahrt mit dem Auto aus Prag und nur eine Stunde der Weg aus Brünn in unsere Bezirksstadt Jihlava. Brtnice Kamenice nad Lipou Třešť Eine breite Palette an Informationen über das Reisen ist unter der Internetadresse: www.region-vysocina.cz zu finden. Počátky TŘEBÍČ Náměšť nad Oslavou TELČ Hrotovice Jaroměřice nad Rokytkou MORAVSKÉ BUDĚJOVICE 4 5 ZAUBER DER NATUR Symphonie von Wäldern und Seen Die Region Vysočina befindet sich direkt im Herzen Europas an der Grenze von Böhmen und Mähren. Ihre Besucher schätzen insbesondere die unberührte natürliche Schönheit und die unvergesslichen Naturszenerien der Böhmisch-Mährischen Höhen (Českomoravská vrchovina), die den Großteil der Region einnehmen. Die bewaldeten Hügel der Vysočina machen blühenden Wiesen und ausgedehnten Tälern mit vielen romantischen Steinformationen Platz, die von Straßen und Wegen durchzogen werden, die von ausgewachsenen Bäumen gesäumt sind. Von alters her sind auch Seen Teil der Vysočina, wobei der älteste von ihnen bereits im 13. Jahrhundert angelegt wurde. In der Vergangenheit wurden hier auch mehrere Stauseen errichtet, von denen viele als Trinkwasserspeicher dienen, und einige wurden populäre Erholungsorte. Die Vysočina gehört zum sogenannten Dach Europas. Über ihr Gebiet verläuft in einer Länge, die einhundert Kilometer übersteigt, die wichtigste europäische Wasserscheide zwischen dem Schwarzen Meer und der Nordsee. Die Vysočina ist auch das Quellgebiet vieler Flüsse, die hier quer durch die gesamte Landschaft ein dichtes Netz bilden. Dank ihrem natürlichen und kulturellen Reichtum sind viele Teile der Vysočina zu besonders geschützten Gebieten erklärt. Eines der bekanntesten geschützten Gebiete ist das Landschaftsschutzgebiet Žďárské vrchy (Saarer Berge), das mit seinen Steinformationen, den Urwaldresten oder den seltenen Arten von Torfpflanzen zu den wirklichen Schmuckstücken der Region gehört. Auch weitere Gebiete haben einzigartige Szenerien zu bieten. Im Flusstal der Doubrava erwartet Sie ein ungewöhnliches Erlebnis. Das Flussbett, das von Granitfelsen gesäumt wird, die bis in eine Höhe von 60 m aufragen, windet sich in wunderlichen Stromschnellen und Wasserfällen. Umgekehrt verschlägt die Steppe Mohelenská hadcová step Ihnen den Atem mit ihrer einzigartigen Fauna und Flora, die vom Serpentinit-Untergrund des hiesigen Gebiets beeinflusst sind. Das Vorhandensein dieses Gesteins garantiert hervorragende Bedingungen für das Auftreten seltener Pflanzen, Farne oder Zwergbäume. Wenn Sie dem Wandern und Aufstiegen in größere Höhen über dem Meer den Vorzug geben, sollten Sie die höchsten Gipfel der Region nicht verpassen, die Javořice (837 m) und Devět skal (836 m) sind. Das ist jedoch nur eine kleine Aufzählung von all dem, was die hiesige Natur zu bieten hat. Der Zauber der sauberen Natur, die Kraft der frischen Luft und die unwiederholbare Ruhe der tiefen Waldbestände werden in jedem Jahr von immer mehr Touristen entdeckt, die in der Region Vysočina Erholung suchen und neue Kräfte für das weitere Getriebe des täglichen Lebens schöpfen. 6 7 HISTORISCHE STÄDTE Erbe der Vergangenheit Über viele Jahrhunderte wurde die malerische Landschaft der Vysočina von unseren Vorfahren geformt, die in den tiefen Wäldern entlang beider Seiten der Grenze zwischen Böhmen und Mähren Handelswege und Festungen zu ihrer Verteidigung anlegten. Später bauten sie hier viele historische und in der heutigen Zeit hochgeschätzte Denkmäler auf. Sie kümmerten sich nicht allein um die Trockenlegung des aufgeweichten Bodens, sondern förderten später Silber und gründeten die Dörfer und Städte, die bis zum heutigen Tag ihren damaligen Ruhm und ihre Wichtigkeit zeigen und deren Geschichte bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts zurückreicht. An der Entfaltung und Verschönerung der Städte, und zwar nicht nur im Zeitraum von Überfluss und Reichtum, sondern auch nach Perioden zerstörerischer Kriege, beteiligten sich viele bekannte Architekten, Bildhauer und Maler, deren künstlerische Schmuckstücke Sie auch heute noch bewundern können. Die Blütezeiten der Städte wechselten sich jedoch mit Jahren von Armut und Niedergang ab. Die Bezirksstadt Jihlava gehörte im Mittelalter dank dem Fund von Silberadern zu den reichsten und mächtigsten Städten des Böhmischen Königreichs. Für die Sicherheit von Jihlava sorgte eine mächtige Burgwallbefestigung, deren großer Teil bis zum heutigen Tag erhalten blieb, ebenso wie ein mehrstöckiges Labyrinth unterirdischer Gänge, das die mittelalterlichen Keller auf dem Marktplatz miteinander verband. Pelhřimov erhielt sein barockes Aussehen erst nach einem zerstörerischen Brand im 18. Jahrhundert, nach dem ein kompletter Aufbau des historischen Kerns stattfand. Dieser ist von der Stadtmauer mit zwei Toren umgeben, und Sie finden darin viele erhaltene mittelalterliche Bürgerhäuser. Havlíčkův Brod wurde ebenso wie Jihlava an einem wichtigen Handelsweg gegründet. Die Giebelhäuser bilden den barocken Marktplatz, in dessen Mitte ein Steinbrunnen steht. In fernen Zeiten haben die Städte ihre Wurzeln, in denen viele reiche Bürgerhäuser, monumentale Sakralbauten oder Steinbrücken zu finden sind. Die reiche Geschichte des Bezirks beweisen archäologische Funde, schriftliche Aufzeichnungen, Museumsausstellungen und Kunstsammlungen. 8 9 WANDERUNG ENTLANG VON BURGEN Rückkehr ins Mittelalter Die Atmosphäre des Mittelalters auf den hiesigen Burgen und Ruinen wird Ihnen bei vielen sommerlichen Festlichkeiten voller Gaukler, Fechter und Musikanten nahe gebracht. Der Burghof in Lipnice nad Sázavou ist in den Sommermonaten der Schauplatz von Musikauftritten, Theatervorstellungen und Vorführungen von Fechtgruppen. Der Burgturm bietet eine Aussicht bis zu einer Entfernung von 70 km. Die Besichtigungsrunde schließt auch den Besuch der Waffenkammer und die Ausstellung gotischer Ofenkacheln, die Besichtigung der Kapelle des hl. Laurentius und der weitreichenden Kellergewölbe mit dem ursprünglichen mittelalterlichen Brunnen ein. Der ursprünglich gotische Festung Roštejn, die später zu einem Jagdschloss im Renaissancestil umgebaut wurde, dient derzeit als Ausstellungsort für eine Sammlung von Porzellan und Zinngegenständen oder von zeitgenössischem Möbel und Waffen. In den Sommermonaten wird es auf der Burg dank der nächtlichen Gespensterbesichtigungen lebendig. Die echte Atmosphäre der Burg, die hier vor einigen Jahrhunderten herrschte, können Sie bei den Mittelalterlichen Fechtspielen erleben. Jährlich im Juli lockt der hiesige Mittelaltermarkt Hunderte Menschen in die erhaltene Ruine der Burg Orlík nad Humpolcem. In der ehemaligen Burgküche wurde ein mittelalterlicher Ofen entdeckt und rekonstruiert, wo Sie Ihr eigenhändig zubereitetes Brot backen oder ihre Töpferfertigkeiten erproben können. Auf der Burg in Ledeč nad Sázavou befindet sich ein Museum mit einer Ausstellung, welche die Stadtgeschichte vermittelt und das Leben der hiesigen Handwerker beschreibt, Sie können hier unter anderem eine umfangreiche Sammlung von Münzen, Uhren und Malereien finden. In den Sommermonaten finden im Hof gelegentliche Musik- und Theaterauftritte statt. In der Mitte des dominanten und ausgedehnten Alpengartens erhebt sich die Burg Kámen, wo Sie mittels einer Exposition von altem Möbel Einblick in das Leben auf der Burg in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts nehmen können. Eine sehr beliebte Attraktion für Besucher der Burg ist die Ausstellung einzigartiger historischer einspuriger Fahrzeuge, zu den wertvollsten Stücken gehört zum Beispiel das Motorrad Laurin und Klement aus dem Jahr 1898. 10 11 BESUCH VON SCHLÖSSERN UND KLÖSTERN Wallfahrt in die Vergangenheit Kostümvorführungen, Theaterauftritte oder geheimnisvolle nächtliche Besichtigungen von Schlössern bereichern Sie um neue Erlebnisse und bringen die Geschichte auf ungewöhnliche Weise näher. Das Renaissanceschloss in Náměšť nad Oslavou birgt eine einzigartige Kollektion von Wandgobelins aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Beeindrucken wird Sie auch die Schlossbibliothek mit Stuck- und Freskenausschmückung, die 16 Tausend Bände, einschließlich der Bibel von Kralice, umfasst. Im Barockschloss in Jaroměřice nad Rokytnou, das von einem großräumigen Garten in französisch-englischen Stil umgeben ist, finden Sie das ursprüngliche Interieur mit wertvoller Einrichtung und vielen Sammlungen. Die hiesige historische Exposition erinnert an die musikalischen Traditionen, an welche die Veranstaltung von Konzerten und das alljährliche Internationale Musikfestival Petr Dvorský anknüpfen. Das Schloss Žirovnice birgt eine einzigartige museale Sammlung, welche die Geschichte der Perlmuttverarbeitung dokumentiert. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt durch die manuelle Produktion von Perlmuttknöpfen berühmt. Im Schloss sehen Sie auch eine wertvolle Sammlung frühgotischer Wandmalereien. Die Schlossanlage in Polná ist ein Beispiel für die Verschiedenartigkeit der Architekturstile – der gotische Burgpalast, Säle, die mit Renaissancemalereien verziert sind, aber auch barocke Wirtschaftsgebäude. Die Exposition macht Sie mit zeitgenössischen Handwerken, mit der Nutzung von Stein, mit einer Sammlung alter Uhren oder einer historischen Apotheke bekannt. Im Schlosshof werden häufig Konzerte veranstaltet. Ein weiteres ehemaliges Herrschaftsgut zeugt vom Reichtum der hiesigen Adelsgeschlechter: in Moravské Budějovice lernen Sie ausgestorbene Handwerke kennen, die nicht nur für den ländlichen Raum, sondern auch für die Stadt typisch waren. Freunde von Feuerwehrtechnik kommen in Expositionen auf dem Schloss in Přibyslav auf ihre Kosten, umgekehrt vermittelt Ihnen die Ausstellung auf dem Schloss in Velké Meziříčí die Geschichte von Brücken und Verkehrswegen in der Tschechischen Republik. Kamenice nad Lipou birgt eine reiche Sammlung des Kunstgewerbemuseums in Prag, und im Schloss in Nové Město na Moravě finden Sie eine Galerie mit einer Ausstellung klassizistischer Bildhauerwerke. Die Klöster gehörten einst zu den bedeutendsten Kultur- und Kunstzentren, wobei eines der ältesten das Prämonstratenserkloster in Želiv ist. Sein Gebäudekomplex ist eine der wertvollsten künstlerischen Anlagen in Tschechien. Im Prämonstratenserkloster in Nová Říše können Sie unter anderem die barocken Wandfresken oder das künstlerisch wertvolle Mobiliar bewundern. 12 DENKMÄLER DER UNESCO Žďár nad Sázavou Gegenwärtig stehen in der Tschechischen Republik zwölf Denkmäler auf dem Verzeichnis des Weltkultur- und Weltnaturerbes der UNESCO. Drei von ihnen befinden sich in der Region Vysočina. Sie bilden ein imaginäres Dreieck und können bequem an einem einzigen Wochenende besucht werden, denn die Entfernung zwischen ihnen beträgt annähernd 40 km. Die Wallfahrtskirche des hl. Johannes von Nepomuk auf Zelená hora in Žďář nad Sázavou wurde nach Entwürfen des bekannten Architekten Johann Blasius Santini-Aichl errichtet, und ist bis heute eines der einzigartigsten Gebäude der Barockära in Europa. Dieses Projekt wurde ihm vom Abt des nahen Zisterzienserklosters anvertraut, der ein großer Verehrer des hl. Johannes von Nepomuk war. Die Kirche wurde im September 1722 geweiht und wird als Höhepunkt von Santinis Schaffen angesehen. Der Grundriss ist in Form eines fünfzackigen Sterns errichtet, der auch in der Legende auftaucht, die den gewaltsamen Tod von Johannes von Nepomuk umgibt, wobei die Symbolik der Zahl fünf im gesamten Bau realisiert ist. Im Inneren befinden sich fünf Altäre, fünf Gänge, auf dem Hauptaltar fünf Sterne und fünf Engel, und die ganze Kirche ist völlig von Kreuzgängen mit fünf Toren und Kapellen umgeben. Dank der Originalität von Santinis Barockgotik wurde die Kirche 1994 als erstes selbständiges Sakralobjekt in der Tschechischen Republik in das Verzeichnis des Weltkultur- und Weltnaturerbes der UNESCO eingetragen. Im 18. Jahrhundert wurde das nahe Zisterzienserkloster zu einem Schloss umgebaut, in dem jetzt auch eine Ausstellung, die Santinis Werk dokumentiert, eine Ausstellung, die historischen Klavieren gewidmet ist, sowie das Buchmuseum, das die Entwicklung der Bücher und des Buchdrucks in Europa erfasst, zu finden sind. www.zelena-hora.eu DENKMÄLER DER UNESCO Telč Charakteristisch für die Stadt Telč, die zu Recht für eine der schönsten Städte in der Tschechischen Republik gehalten wird, ist der dreieckige Marktplatz, der von Bürgerhäusern mit Renaissancegiebeln und gotischen Arkaden gesäumt wird. Das einzigartige Aussehen der Stadt wird durch zwei erhaltene Tore, Barockbrunnen und Statuen ergänzt. Das Schloss bildet zusammen mit dem Marktplatz eine architektonische Einheit von außergewöhnlichem Wert, die 1992 in das Verzeichnis des Weltkultur- und Weltnaturerbes der UNESCO eingetragen wurde. Die ursprünglich gotische Burg, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert zu einem grandiosen Renaissanceschloss umgebaut wurde, ist einer der am besten erhaltenen architektonischen Komplexe in der Tschechischen Republik. Besonders wertvoll ist sein Interieur, wo es hölzerne Kassettendecken, zeitgenössisches Möbel, eine Kollektion historischer Waffen und künstlerische Sammlungen gibt. Der Schlosshof und die historischen Säle sind ein beliebter Ort für künstlerische Auftritte. Die Anlage ist von einem Park umgeben, und in einem der Flügel befindet sich ein Museum, das die Geschichte der Stadt und die Entwicklung unterschiedlicher Handwerkszweige dokumentiert. www.telc.eu 13 14 15 DENKMÄLER DER UNESCO Třebíč Das dritte Denkmal in der Region Vysočina, dem die Ehre zuteil wurde, in das Verzeichnis der UNESCO eingetragen zu werden, ist seit Juli 2003 die romanisch-gotische Basilika des hl. Prokop zusammen mit dem Judenviertel und dem jüdischen Friedhof in Třebíč. Die Basilika ist einer der nationalen Schätze mittelalterlicher Architektur. Mit dem Bau der Kirche, die ursprünglich der Jungfrau Maria geweiht war, wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Bestandteil des Benediktinerklosters begonnen, das hier 1101 gegründet wurde. Das Gebäude erlitt beträchtliche Schäden während unterschiedlicher kriegerischer Konflikte, die in den böhmischen Ländern im 15. Jahrhundert ausbrachen, und mehr als zwei Jahrhunderte diente es als Stall, Speicher oder Biersudhaus. Zwischen 1725 und 1731 wurde es erneut zu sakralen Zwecken genutzt und dem hl. Prokop geweiht. Zu den wertvollsten Teilen der Basilika gehören die Krypta, das Gewölbe des Presbyteriums, das Rundfenster und das steinerne Eingangsportal. Die heutige Gestalt des Interieurs stammt aus den Jahren 1924 – 1935. In der Nähe befindet sich das ehemalige Kloster, das im 16. Jahrhundert zu einem Schloss umgebaut wurde, in dem heute ein Museum seinen Sitz hat, dessen Sammlungen die Entwicklung der Stadt und die Geschichte der hiesigen traditionellen Krippen nachzeichnen. Das einzigartige städtische Judenviertel wurde im Mittelalter auf einem verhältnismäßig schmalen Landstreifen errichtet und ist von einem hohen Abhang auf der einen und dem Fluss auf der anderen Seite umgeben. Die dichte Bebauung der Häuser umfasst alle Elemente, die für die jüdische Architektur typisch sind, wie winkelige Sträßchen, eines neben dem anderen emporgewachsene Häuschen, gewölbte Passagen oder in den Felsen geschlagene Treppen. Das verwahrloste Areal war einst von einer Sanierung bedroht, zu Beginn der 90er Jahre kam es jedoch zu einer positiven Wandlung, so dass die Einzigartigkeit dieses Gebiets wahrgenommen wurde, und seit dieser Zeit wird ihm sein ursprüngliches Gesicht zurückgegeben. Schrittweise kam es hier zum Aufbau von Wohnungen, zahlreichen Restaurants, Weinstuben und Galerien. Der wirkliche Höhepunkt beim Besuch des Judenviertels sind die beiden Synagogen. Die vordere Synagoge, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet wurde, dient heute als Bethaus der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche. Die hintere Synagoge vom Ende des 17. Jahrhunderts wurde im Renaissance-Barock-Stil errichtet. Ihre Wandmalereien mit Ornamental- und Blumenmustern zusammen mit hebräischen liturgischen Texten wurden restauriert. Die Synagoge wurde der Öffentlichkeit nach umfangreichen Restaurationsmaßnahmen im Jahr 1997 zugänglich gemacht, heute dient sie zur Veranstaltung verschiedener Ausstellungen und Konzerte. Der große jüdische Friedhof birgt beinahe 3000 Grabmäler, die ältesten von ihnen stammen aus dem Jahr 1625. Gerade diese sind der Beweis für die jahrhundertelange Existenz der jüdischen Gemeinde in Třebíč. www.mkstrebic.cz 16 17 DENKMÄLER DER JÜDISCHEN BESIEDLUNG An vielen Orten der Vysočina finden Sie Denkmäler der jüdischen Besiedlung – einzelne Häuser, Stadtviertel, Synagogen. Ihrer Rekonstruktion wird in vielen Orten große Aufmerksamkeit gewidmet, und obgleich die Synagogen nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck dienen, sind sie der Öffentlichkeit als Ausstellungs- und Konzerträume zugänglich. Infolge des unsensiblen Vorgehens der letzten Jahrzehnte blieben jedoch die jüdischen Friedhöfe an vielen Stellen die einzige Erinnerung. Eines der ältesten und bedeutendsten Zentren der jüdischen Besiedlung befindet sich in Třebíč. Die Anlage besteht aus einem einzigartigen, gut erhaltenen Judenviertel mit 123 Häusern und zwei Synagogen, sie birgt auch einen großen jüdischen Friedhof. Es gelang hier, eine außerordentlich wertvolle Einheit eines selten gut erhaltenen mittelalterlichen Ghettos zu retten und zu beleben, in das langsam der altertümliche Genius Loci zurückkehrt, den zahlreiche Generationen der hiesigen Juden hier schufen. Im Judenviertel in Třešť finden Sie außer 86 Gebäuden auch eine Synagoge, die im Empirestil errichtet wurde und als einzige in der Tschechischen Republik auch Arkaden hat. Auf dem hiesigen jüdischen Friedhof, der von einer Steinmauer eingegrenzt ist, befinden sich wertvolle Grabsteine barocken und klassizistischen Typs. Das Judenviertel in Polná, das in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet wurde, birgt 32 überwiegend einstöckige Gebäude. Es hat zwei Teile – die ursprüngliche Stadt mit dem Grundriss in Gestalt eines Dreiecks und den unteren Marktplatz, den sog. Rabbi Platz. In den Räumen der Synagoge ist das Regionale Jüdische Museum untergebracht. Der jüdische Friedhof am Stadtrand stammt aus dem 16. Jahrhundert. In Velké Meziříčí wurde das Judenviertel im 15. Jahrhundert am Ufer des Flusses Oslava gegründet. Von den ursprünglichen 101 Häusern blieben 63 erhalten, an vielen sind imposante architektonische Details zu finden. In der erneuerten ehemaligen alten Synagoge befindet sich ein Museum, das sich mit der hiesigen jüdischen Geschichte befasst. Die rekonstruierte Synagoge in Golčův Jeníkov wurde 1873 errichtet, und heute wird sie als Magazin des Jüdischen Museums in Prag genutzt. Der jüdische Friedhof in Ledeč nad Sázavou gehört zu den ältesten in Tschechien. Auch hier befindet sich eine rekonstruierte Synagoge, die sowohl als Ausstellungs- als auch als Konzertraum dient. AUF DEN SPUREN BEDEUTENDER PERSÖNLICHKEITEN 18 Die Region Vysočina ist Geburt- und Wirkungsort vieler bedeutender Persönlichkeiten, die in den unterschiedlichsten Zweigen menschlicher Tätigkeit berühmt wurden. Eine Reihe berühmter Maler, Architekten, Schriftsteller und Wissenschaftler wurden in der Vysočina geboren und blieben der hiesigen Region ihr ganzes Leben lang verbunden. Andere entdeckten die Vysočina bei ihren Reisen und kehrten anschließend regelmäßig hierher zurück, um sich immer aufs Neue von der malerischen Landschaft der Vysočina inspirieren zu lassen. Die bedeutendste Persönlichkeit im Bereich der Musik ist zweifelsohne Gustav Mahler. In dem kleinen Dorf Kaliště u Humpolce können Sie das Geburtshaus dieses weltbekannten Dirigenten und Komponisten besuchen. Das Haus, in dem später der junge Gustav Mahler mit der Familie lebte, befindet sich in Jihlava, und darin ist eine Dauerausstellung zu finden, die der Familie von Gustav Mahler, seinem Leben und Werk gewidmet ist. Die Beziehung von Gustav Mahler zum Landstrich Vysočina wird auch von der Dauerausstellung des Museums in Humpolec beschrieben. Das Gustav Mahler gewidmete Musikfestival ist eines der wichtigsten musikalischen Ereignisse in der Region. Ein weiterer ausgezeichneter Komponist und Geiger von Weltbedeutung ist Jan Václav Stamic, dessen Geburtshaus sich am Marktplatz in Havlíčkův Brod befindet. Zur Erinnerung an die Bedeutung dieser Persönlichkeit und an sein Werk findet jährlich das Festival Stamicovy slavnosti statt. Mit der Region Vysočina sind auch viele literarische Künstler verbunden. Karel Havlíček Borovský, der tschechische Dichter, Journalist, Begründer des tschechischen Journalismus und Literaturkritiker, ist eng mit dem Dorf verbunden, wo er 1821 geboren wurde. Er gab dem Dorf seinen Namen und das Dorf gab ihm seinen Namen. Er stammt aus der Gemeinde Borová, die heute seinen Ehren das Attribut Havlíčkova trägt, und Karel Havlíček begann wiederum umgekehrt seine Werke als Borovský zu unterzeichnen. Das Geburtshaus von Karel Havlíček Borovský ist heute zum nationalen Kulturdenkmal erklärt, im Inneren befindet sich eine Exposition, die an das Leben und Werk des berühmten Landsmannes erinnert. Nur wenige wissen, dass das Schicksal des guten Soldaten Schwejk sich in einem kleinen Häuschen unter der majestätischen Burg Lipnice formte. Hier setzte sich nämlich am Ende seines Lebens der Weltenbummler Jaroslav Hašek nieder, und hier schrieb er das Werk, das ihm über die Grenzen hinaus Ruhm einbrachte. An den Aufenthalt dieses Schriftstellers in Lipnice, an sein Werk und sein Leben erinnert Sie heute das „JaroslavHašek-Denkmal“, das in seinem Häuschen eingerichtet ist, das Grab des Schriftstellers auf dem alten Friedhof und die Statue am Denkmal unter der Burgtreppe. Das malerische Städtchen Jimramov ist der Geburtsort von gleich drei bedeutenden Schriftstellern. Gedenktafeln sind an den Geburtshäusern der Brüder Vilém und Alois Mrštík und von Jan Karafiát angebracht. Eine unauslöschliche Spur hinterließ in der Vysočina Otokar Březina, mit bürgerlichem Namen Václav Jebavý, ein bedeutender tschechischer Dichter. Er wurde in Počátky geboren und starb in Jaroměřice nad Rokytnou, wo er auf dem hiesigen Friedhof auch begraben ist. Auf seinem Grab steht eine Statuengruppe, die von Březinas Freund František Bílek, dem berühmten Bildhauer, geschaffen wurde und den Teil „Der Schöpfer und seine Schwester Schmerz“ trägt. Inspiration für ihr Werk fanden in der Vysočina auch die Dichter Jakub Deml und Antonín Sova. Nur wenige Eingeweihte wissen, dass in einem Bürgerhaus in Třešť der Urheber des japanischen Wirtschaftswunders Josef Alois Schumpeter, ein bedeutender Wirtschaftler, Wissenschaftler und Jurist, geboren wurde. Heute befindet sich im Haus ein Museum, das mit einer seiner Expositionen an das Leben und Werk des berühmten Landsmannes erinnert. Ein weiteres Denkmal, das mit der Familie Schumpeter verbunden ist, finden Sie auf dem hiesigen Friedhof, es handelt sich am die Pseudorenaissancekrypta der Familie Schumpeter – Kilián. In der Stadt Brtnice, dem Geburtsort des bekannten Architekten Josef Hoffmann, können Sie in seinem Geburtshaus die Dauerausstellung „Zeitloses Design“ besuchen. Absicht dieser Ausstellung ist es, Gegenstände vorzustellen, die bis heute von führenden österreichischen Firmen genau nach den Originalentwürfen von Hoffman hergestellt werden und auf ihre Zeitlosigkeit aufmerksam zu machen. Nové Město na Moravě wurde auch dank den von hier stammenden akademischen Bildhauern Vincenc Makovský und Jan Štursa berühmt. Vielen ihrer Werke können Sie in der Stadt begegnen. Seine Geburtsregion Vysočina hielt der akademische Maler, Graphiker, Illustrator und Bühnenbildner Jan Zrzavý auf der Leinwand fest. Eine Exposition, die sein Werk und Leben vorstellt, können Sie im Gedenksaal in Krucemburk besuchen. Auf dem örtlichen Friedhof ist er auch begraben. 19 20 21 AKTIVURLAUB Erleben Sie Abenteuer und Adrenalin Die Region Vysočina ist für einen Aktivurlaub direkt prädestiniert. Ihre Natur ist von Hunderten Kilometern an Wanderwegen durchzogen (2 700 km), die auf Lehrpfaden Unterhaltung und Wissensbereicherung anbieten. An die Fernradwege sind zahllose regionale Strecken angebunden (2 200 km). Die Schönheit der hiesigen Natur können Sie auch vom Pferderücken aus genießen (850 km Reitwege). Baden in Naturbädern kann mit dem Baden in Hallenbädern oder Aquaparks abgewechselt werden. Große Seen sind ein Paradies für Segler und Windsurfer, während die Stauseen für Wassersport und Angeln wie geschaffen sind. Auch Tennisplätze, Golfplätze, Sporthallen, Winterstadien, Seilzentren und anderen Sportareale fehlen jedoch nicht. Wintersportfans werden sicher die perfekten Langlaufbedingungen begrüßen. Die wichtigsten Skizentren befinden sich im nördlichen Teil der Region, der sich im Winter in ein Skiparadies mit Hunderten Kilometern an Langlaufloipen für Profiund Freizeitskiläufer verwandelt. Mehr als 40 Abfahrtsareale werden vor allem von Skianfängern oder Familien mit Kindern genutzt. Wirklich aktive Erholung bietet der Urlaub auf dem Bauernhof, bei dem Sie die Möglichkeit haben, Haustiere kennen zu lernen und sich an den landwirtschaftlichen und bäuerlichen Arbeiten zu beteiligen, die Ihnen im normalen Leben fern oder manchmal auch unerreichbar sind. Ruhige Erholung versprechen die tiefen Wälder, die zum Pilzesammeln und zu langen Spaziergängen einladen. Für jeden Besucher hält die Region Vysočina aktive Betätigung gemäß seinen Vorstellungen bereit. LEBENDIGE TRADITIONEN Traditionelle Folklore und Volkshandwerke 22 Die Region Vysočina war Zeuge der Entfaltung vieler Handwerke. Aus den ältesten Zeiten ist der Silberbergbau das bekannteste. Bis heute erinnert der Bergmannsumzug von Jihlava, bei dem jedes zweite Jahr zeitgenössisch gekleidete Kinder an den vergangenen Ruhm und die schwere Arbeit der Bergarbeiter erinnern. Unbestritten das wichtigste Handwerk, das in der Vysočina betrieben wurde, war die Tuchmacherei. Weltruhm erwarben sich jedoch auch die Glasbläser. Das Können und die Präzision der fernen Handwerker beweisen die Weihnachtskrippen in Třešť und Třebíč, die bis zum heutigen Tag funktionieren und durch ihre Größe und die Durchgestaltung der einzelnen Details in Erstaunen versetzen. Der Beginn der Tradition des Handwerks der Weihnachtskrippen in der Vysočina lässt sich zweihundert Jahre zurückdatieren. Das Bauen von Krippen wurde eines der Weihnachtssymbole, und zwar besonders in Städten mit entwickelter Manufakturtradition. Während für die Region Třebíč Weihnachtskrippen aus Papier, die in Moos auf Holzfüßen platziert sind, typisch sind, werden die Figuren in Třešť aus Holz geschnitzt. Gegenwärtig gibt es in Třešť Dutzende aktiver Amateurschnitzer. Ihre Krippen sind im örtlichen Museum, im sog. Schumpeter-Haus zu sehen. An Weihnachten, ab dem Heiligen Abend bis zur Lichtmess (2. Februar) sind in Privathäusern um die zwanzig Krippen zu sehen. Diese bis heute dauernde Krippentradition wird von Jahr zu Jahr populärer, was die Anzahl der Besucher nicht allein aus Tschechien, sondern auch aus dem Ausland beweist. Viele Handwerke blieben nur noch in Gestalt von Volksliedern und Tänzen erhalten, die Folkloregruppen mit Erfolg sowohl zu Hause als auch im Ausland vorführen. Einige traditionelle Gebräuche blieben bis heute erhalten. In vielen Dörfern feiern die Einwohner jedes Jahr Fastnacht, in Masken wandern sie alle Gebäude ab und wünschen den neuzeitlichen Landwirten ein erfolgreiches weiteres Jahr. Die Ankunft des Frühlings wird mit dem „Verbrennen der Hexen“ und der Errichtung des Maibaums gefeiert. Eine aufrecht erhaltene Sommertradition sind auch die mit einem Jahrmarkt verbundenen Wallfahrten. Fotos: Archiv Vysočina Tourism Herausgeber: Vysočina Tourism 2011 Graphik, Druckvorbereitung, Druck: 20 – 20 Vision Graphics European Union European Regional Development Fund Investing in Your Future Die Publikation ist Teil eines Projekts, das von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mitfinanziert wird. Vysočina Tourism, Zuschussorganisation www.vysocinatourism.cz E-mail: [email protected] www.region-vysocina.cz UNVERKÄUFLICH.
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